| Freitag, den 09. Februar 2007 um 00:00 Uhr |
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Über Verfolgungsjagden und andere exzentrische Auftritte und Methoden von Leinwand-Kollegen kann der Detektiv nur müde lächeln. "Unterhaltsam, aber nicht die Wirklichkeit" , meint der 49-Jährige. Als "professionelles Ermittlungsorgan der Anwaltschaft" verbringt er die meiste Zeit am Schreibtisch und recherchiert Beweise, die gerichtsverwertbar sind. "Das Handwerkszeug eines Ermittlers sind Fantasie, Kaltschnäuzigkeit und gute Rechtskenntnis" , sagt er. Vor allem gehe es um die Kunst nicht aufzufallen. Nichtsdestotrotz hat es für ihn abenteuerliche Einsätze mit hohem persönlichen Risiko gegeben. "Der Kopf einer Betrügerbande hat mich in sein Wohnzimmer eingeladen, um mit mir Geschäfte zu machen" , erinnert sich Eisenkolb. Ein Freiburger Hersteller von Baumaschinen hatte feststellen müssen, dass sich seine Produkte in Frankreich nicht mehr verkauften. Der Grund: Sie wurden dort bereits verkauft — und zwar von jemand anderem zu einem Drittel ihres Werts. Eisenkolb ermittelte und konnte die Betrüger in der Rolle eines interessierten Käufers überführen. Ein mobiles Einsatzkommando der Polizei stellte die Kriminellen daraufhin. "Es stellte sich heraus, dass eine Bande den Betrieb unterwandert, die Einkaufszahlen manipuliert und heimlich mehr produziert hatte." "Für jede Observierung benötigen Sie eine glaubwürdige Legende" , erklärt Eisenkolb im Fachjargon der Ermittler. Gemeint ist eine gute Tarnung, für die der Detektiv zuweilen gerne seinen Hund einspannt. "Gassigehen macht unauffällig" , verrät er. Versteckte Kameras in Knopfloch oder Brillenetui sind Teil der ausgefallenen Ausstattung. Zur Überwachung nutzen seine Mitarbeiter zudem spezielle Videotechnik mit Langzeitrekordern, die vor Ort installiert werden. Bei Verfolgungen kommt ein GPS-System (Satelliten-Navigation) zum Einsatz, das sogar die Einfahrt zeigt, in der der Verdächtige parkt. Bevor er als privater Ermittler tätig wurde, war Eisenkolb Beamter der Freiburger Polizei. "Ich kann Ungerechtigkeit nicht leiden und wollte helfen" , begründet er seine Entscheidung, beruflich umzusatteln. Verdächtige, die er observiert, tun ihm oft leid. "Es sind Menschen, die ohnehin sozial benachteiligt sind" , erklärt er. Häufig würden die Ermittlungen sogar mehr ergeben, als der Arbeitgeber wissen will. Aufgaben wie die Beschattung des Ehepartners oder die Suche nach Vermissten ("Ich geh’ mal Zigaretten holen!" ) gehören nicht zu seiner täglichen Arbeit. Doch auch für derartige Jobs gebe es in Freiburg Ermittler, weiß der Routinier. Auftraggeber seiner Detektei seien Unternehmen. Doch es gebe Ausnahmen. "Mein Honorar von einer älteren Dame war einmal ein Gugelhupf" , erinnert sich Eisenkolb. Seine eigene Frau findet Eisenkolb ohnehin zu nett für den Beruf. Ein knappes Dutzend Detekteien bieten in Freiburg ihre Dienste an. Ihre Schwerpunkte liegen meist auf wirtschaftsund arbeitsrechtlichen Ermittlungen. Eine Ausbildung zum Detektiv bietet der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) an, die in der Branche als Gütesiegel gilt. Die Tarife können stark variieren. 35 bis 200 Euro pro Stunde sind je nach Auftrag üblich. Artikel Badische Zeitung 09.02.2007 |

